Eppendorfer Bürgerverein von 1875 
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Auf dem Weg zum Barrierefreien Bezirksamt – Viele Fragen offen

Der Eingang Kümmellstraße heuteDer Eingang Kümmellstraße heute

„Wir haben die Gespräche mit dem Denkmalschutz erfolgreich zu Ende gebracht und uns geeinigt.“ Diese frohe Botschaft überbrachte Bezirksamtssprecherin Larissa Robritzsch Mitte Januar dem „Eppendorfer“. Die Verwaltung wird die seit Monaten vorliegenden Pläne nun „anpassen“ und die Kosten neu berechnen.

Bereits vor über fünf Jahren hat die Bezirksversammlung ein barrierefreies Gebäude gefordert. Mit einer Wegeführung, so dass jede/r Besucher*in ohne fremde Hilfe seinen Ansprechpartner im Amt findet. Nicht nur Menschen mit Handicap sollten Zugang und Aufenthalt erleichtert werden. Es gab eine Reihe von Gesprächen mit Behindertenverbänden. Zur Jahreswende 2018/19 präsentierte die Verwaltung dann eine Pilotfläche im Eingangsbereich der Robert-Koch-Straße mit inklusiven Elementen. Im Sommer 2019 hat die Finanzbehörde aus ihrem Quartiersfonds 406.000 Euro bewilligt, damit zunächst der Eingangsbereich Kümmellstraße umgestaltet werden kann. Der „Eppendorfer“ hat mehrfach vergeblich versucht, Informationen zum Sachstand des Projekts zu bekommen.

Künftig ein Künftig ein "Eingang für alle" - Bild von 2018

Im August 2020 hat eine Initiative von EBV und weitere Institutionen den Bezirksamtsleiter gebeten, die Planung zur Chefsache zu machen. Michael Werner-Boelz räumte ein: „Es gestaltet sich nicht einfach, die Notwendigkeiten der Barrierefreiheit mit den Interessen des Denkmalschutzes unter einen Hut zu bekommen.“ Die Gespräche mit Denkmalschutz und dem Kompetenzzentrum für eine barrierefreies Hamburg fanden hinter verschlossenen Türen statt; „vertraulich“ lautete das Zauberwort. Der Denkmalschutz selbst wollte sich nicht äußern. Er verwies auf die Pressestelle des Bezirksamtes. Auch Joachim Becker vom Kompetenzzentrum hält sich mit inhaltlichen Aussagen bedeckt: „Wenn wir uns nicht an Vertraulichkeit halten, sind wir bald weg vom Fenster, erfahren nichts mehr.“ Becker hat vor allem im Außenbereich beraten. Er fand die Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Denkmalschutz und Bezirk „sehr fruchtbar“. Bisher hat die Bezirksverwaltung nicht mitgeteilt, was die Hauptstreitpunkte mit dem Denkmalschutz waren. Einzige Ausnahme: der Erhalt der Treppenanlage im Hauptgebäude. Und welche Lösungen nun gefunden worden sind, ist genauso unklar wie die Zeitplanung.

Nun bleibt zu hoffen, dass die Verwaltung das weitere Verfahren ein stückweit offener als bisher gestaltet. Denn schließlich geht es um Barrierefreiheit. Intransparenz und Inklusion schließen einander aus.

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Text und Bilder: Hans Loose 

Januar 2021