Eppendorfer Bürgerverein von 1875
Leben im Stadtteil mit Charme

Jan Martens -Witte: Baumwart und Vermittler von Patenschaften

Im Großraum Eppendorfer Landstraße sind sie schon schöne Tradition. Im Wohnviertel neben und hinter dem UKE haben bisher nur wenige AnwohnerInnen und Geschäftsleute eine Patenschaft für „ihren“ Baum vor der Haustür übernommen. 

Literarischer Garten mit Sabine MaurerLiterarischer Garten mit Sabine Maurer

Beispiel: der Platz über dem unterirdischen Denkmal „Verhörzelle“ am Ende der Geschwister-Scholl-Straße, angelegt vom Künstler Gerd Stange. Mit viel Liebe betreuen Ehrenamtliche aus dem Stadtteilarchiv seit vier Jahren seinen „Literarischen Garten“. Rund um die große Scheinquitte  pflegen sie dort weiße Rosen, Dickmännchen und Golderdbeere. „Leider wird immer wieder viel zertreten, aber eine Mitstreiterin bringt regelmäßig neue Ableger aus ihrem Schrebergarten mit“, berichtet Sabine Maurer. Logistische Unterstützung erhalten die Damen von Christian Bartz: wenn sie ihre Pflanzen wässern oder das Glasdach vom „Käfig“ säubern wollen, liefert der Apotheker frisches Nass per Gartenschlauch.

Es dreht sich um die Baumscheibe

Ortstermin Schedestraße mit Baumwart Martens-WitteOrtstermin Schedestraße mit Baumwart Martens-Witte

Anders die Situation Ecke Schede-/Frickestraße. Hier konnte vor drei Jahren „MARTINIerLEBEN“(ME) den kleinen roten Platz einweihen. Seine Blumenkübel am Rande werden seitdem von zwei Nachbarinnen sehr schön bepflanzt und gepflegt. Nur der etwa 5 qm große Bereich hinter den Bänken – rund um die Weißbuche – ist noch Brachland. Um die Einzelheiten einer Patenschaft zu klären,  haben sich nun Vereinsmitglieder mit Jan Martens-Witte getroffen, einem der drei Baumkontrolleure im Bezirksamt Hamburg-Nord. Der Mann vom Stadtgrün hat 10.500 Straßenbäume in seiner Obhut. Beim Ortstermin erklärt er die Bedingungen: „Jede Patenschaft ist an einen Baum gebunden.“ Die Vereinbarung mit der Behörde ist unkompliziert und kostenlos, alle Aktivitäten gehen zu Lasten der Paten. 

Arbeit an der BaumscheibeArbeit an der Baumscheibe

Auf Antrag erteilt die Behörde den Ehrenamtlichen ihren Segen, allerdings, so Martens-Witte: „Die Bepflanzung darf eine Höhe von 50 cm nicht überschreiten, um Verkehrsteilnehmende nicht in ihrer Sicht zu behindern.“ Ein Zaun gegen Hunde-Pipi ist ebenfalls nicht erlaubt (Stolperfalle!). Der Fachmann empfiehlt in diesem Fall stachelige Pflanzen. Efeu ist auch verboten, es könnte am Stamm hochklettern und den Baum am Atmen hindern. Außerdem würde der Kontrolleur Baumschäden nicht erkennen. Sollte das Verhältnis zwischen Baum und Betreuer einmal in die Brüche gehen, die Patenschaft also gekündigt werden, fordert das Bezirksamt einen Rückbau.

Praxistipps

Vor der Begrünung sollte der Boden aufgelockert, anschließend etwa 10 cm hoch Erde eingearbeitet werden. Achtung: Wurzeln nicht beschädigen! Rückschnitte an ober- und unterirdischen Teilen des Baumes sind ausdrücklich verboten. Die ME-Frauen haben sich zunächst für Katzenminze und die widerstandsfähige Rose „The Fairy“, einem smarten Bodendecker, entschieden. Sie wollen die Winterfeuchte mitnehmen. Daher wird Mitte November die Aufhübschung des roten Platz beginnen, ihren Antrag auf „Patenschaft im Straßenbegleitgrün“ haben die Ehrenamtlichen bereits gestellt. Nur: wo sie das Wasser für die Pflanzen hernehmen, ist noch nicht geklärt. 
(Kontakt für Patenschaften im Bezirksamt: Tel.:040 – 42804-6170)

August 2017 - Text und Bilder: Hans Loose