Eppendorfer Bürgerverein von 1875
Leben im Stadtteil mit Charme

Petra Kathy Remek: Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe

Kürzlich auf einem Spielplatzfest in der Hohenfelder Freiligrathstraße:  P. Kathy Remek (53) vom Sozialraummanagement im Bezirksamt Hamburg-Nord spricht mit ehrenamtlichen Helfern der Ini „Gertrud hilft“, mit Anwohnern und Geflüchteten,  fotografiert Teilnehmende auf Wipptier, Sandbagger und an der Kuchenausgabe. Es sind schöne Dokumente für Integration mit staatlicher Unterstützung. Die Vorbereitungen des Festes dauerten fast ein Jahr. 

Ende 2017 gab es zwei öffentliche Beteiligungsverfahren zur Neugestaltung des Platzes. 400 Geflüchtete leben unmittelbar neben dem Spielplatz Freiligrathstraße, darunter 60 % Familien mit 160 Kindern. Und so holte die „Koordinatorin für das Ehrenamt rund um Flüchtlingsunterkünfte“ (Remeks offizielle Berufsbezeichnung) alle an einen Tisch: Kollegen aus dem Fachamt Stadtgrün, Dolmetscher, Eltern mit ihren Kindern und Ini-Mitglieder trafen sich in der Flüchtlingsunterkunft. Und auch Nachbarn hatten Gelegenheit, bei einem Gespräch direkt auf dem Spielplatz ihre Ideen und Bedenken vorzutragen. „Mir geht es immer um ein gemeinsames gutes Miteinander“, sagt P. Kathy Remek und freut sich über das gelungene Ergebnis. Bei 24 Unterkünften ist die Bezirksamtsmitarbeiterin viel im Bezirk unterwegs. 

„Ohne Ehrenamtliche in Hamburg, geht es nicht. Das Engagement soll Spaß bringen und verbinden. Hier schlägt mein Herz“, erklärt Remek. Alle vier bis sechs Wochen informiert sie Interessierte per Mail. Als unlängst an der neuen Unterkunft Maienweg zwei Lichtmasten aufgestellt wurden, beschwerten sich Anwohner über die nächtliche Helligkeit in ihren Schlafzimmern. Auch hier konnte P. Kathy Remek vermitteln. Vor der Arbeit im Bezirk hat die Koordinatorin vielfältige berufliche Erfahrungen gesammelt, u.a. in der Drogen- und Bewährungshilfe, in der Flüchtlingsarbeit und als Bildungsreferentin der Jugendfeuerwehr. Wo sie auch im Einsatz war, machte sie die Erfahrung: „Ehrenamtliche leisten in vielen unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern Erstaunliches.“ – Und das seit über 200 Jahren.

2000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich für Flüchtlinge in Hamburg: dazu gehören Hausaufgaben- oder Nachhilfe, beim Spiel- Sport oder Sprachkurs, bei Patenschaften und vielen mehr.

Wenn Mitte 2019 die ersten Geflüchteten nach Eppendorf kommen, wird die Koordinatorin auf Wunsch Kontakte zu erfahrenen Helfern aus anderen Stadtteilen vermitteln.
Und sie hat bereits eine Informationsveranstaltung mit dem Folgeunterkunft- Betreiber und der Flüchtlingsini angeregt. Nebenbei ist sie vierfache Mutter, joggt, liest und pflegt ihren Garten.

Bei allen Gesprächen, auch mit Bedenkenträgern, hat Frau Remek erfahren: „Die Hamburger sind sehr weltoffen“. So ist es trotz einiger anfänglicher Skepsis für die meisten Hanseaten inzwischen selbstverständlich, dass wir Geflüchtete willkommen heißen. Auch in Eppendorf. Und das ist für alle Beteiligten ein toller Erfolg.

Bilder: "Welcome to Eppendorf", P. Remek, H. Loose

Text: Hans Loose