Eppendorfer Bürgerverein von 1875
Leben im Stadtteil mit Charme

Kurt-Werner Arps: Aus Liebe zu Menschen und Pflanzen 

Kurt-Werner ArpsKurt-Werner Arps

Stadtparkbesucher konnten sich 2018 an vielen bunten Sommerblumen erfreuen, z.B. an der Saarlandsraße/Ecke Alte Wöhr und in der „Planetariums-Schneise“ der Otto-Wels-Straße. Die Pflanzen stammen aus dem sog. „Anzuchtgarten“ unseres Bezirks, einer grünen Oase im Bereich Goldbekkanal, Bahndamm und Saarlandstraße. Zwischen Staudenbeeten und Sommerblumen hat Kurt-Werner Arps (55) die Mütze auf. Er ist seit fast 40 Jahren im Einsatz, hat selbst zwischen 1980 und 82 dort gelernt. 600 verschiedene Stauden betreut Arps, darunter Pfingstrosen und Lampenputzer. Mit besonderem Stolz ist er auf die Taglilien. mit ca. 20 verschiedenen Sorten. 

BlumenbeetBlumenbeet

Daneben gab es auf dem Gelände an die 70 Arten wunderschöner Sommerblumen (Phlox, Rittersporn, Indisches Blumenrohr, Rizinus). Die Beete wurden von den sechs Auszubildenden angelegt und gepflegt, denn Arps ist nicht nur Ausbilder (unterstützt von zwei Kollegen). Er ist auch Prüfer im Ausschuss der Landwirtschaftskammer Hamburg. Wo früher schwere Handarbeit angesagt war, dreht heute eine Topfmaschine ihre Runden und füllt die Pflanzbehälter mit Erde. In den Gewächshäusern und mehreren beregneten Topf-und Freilandquartieren (Wasser aus dem Goldbekkanal) entwickelt sich das zarte Grün. „Ich mache meinen Job aus Liebe zu Menschen und Pflanzen“, lacht Arps. Zwei der Auszubildenden haben in 2018 ihre Gesellenprüfung abgelegt – als Zweit- und Dritt-Beste unserer Stadt!

Rückblick

AnzuchtgartenAnzuchtgarten

Die Anzuchtgärtnerei entstand vor 104 Jahren, war damals mit sechs ha doppelt so groß wie heute. Der Garten-Chef: „2010 stand unser Projekt auf der Kippe“. Denn der damals schwarz-grüne Senat wollte die Fläche für Wohnungsbau nutzen. Diese Pläne wurden durch Olaf Scholz ein Jahr später eingestampft. Allerdings ist die Gärtnerei seit 2013 nur noch für Hamburg-Nord zuständig, nicht mehr für die ganze Stadt. Wenn die anderen Bezirke Grün am Straßenrand haben wollen, müssen sie das auf dem freien Markt einkaufen. Was nicht unbedingt kostengünstiger ist. Auch 58 Parzellen als Ausgleich für die Lauben im Pergolenviertel haben das Gelände verkleinert. 

TopfmaschineAn der Topfmaschine

Doch Staudengärtner Arps ist zufrieden: „2015 haben wir unser Verwaltungsgebäude aufgehübscht, Umkleideräume für Frauen und Männer renoviert.“ Derzeit wird am Bahndamm eine große Halle erstellt. Maschinen und Material werden dort künftig unterkommen. Vielleicht findet Arps auch noch die Zeit für einen eigenen Internetauftritt: „Man könnte Interessierten unsere schöne Pflanzenwelt näherbringen. Und Hobbygärtnern ein paar Tipps geben.“ 

GewächshausGewächshaus

Text und Bilder: Hans Loose