Eppendorfer Bürgerverein von 1875 
                 Leben im Stadtteil mit Charme                 

 Die Baustellen im Blick

Reinhart Bartsch am sog. ROADS-TischReinhart Bartsch am sog. ROADS-Tisch

Es ist eine Mammutaufgabe, die Reinhart Bartsch und Kollegen bewältigen sollen. Bartsch ist einer der 40 neuen Baustellen-Koordinatoren in der Stadt. Der studierte Bauingenieur hat seinen alten Job als Leiter der Tiefbauabteilung im Bezirksamt Hamburg-Nord an den Nagel gehängt und soll nun das Chaos auf den Straßen lösen helfen. „Für Bundes- und Fernstraßen zuständig bleibt der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer“, erklärt der 56-Jährige. Denn Bartschs Augenmerk gilt den Bezirksstraßen. Dazu gehören etwa die Martini- und die Hudtwalkerstraße. Eppendorf hat zurzeit etwa 15 registrierte Baustellen, die den Verkehrsfluss beeinflussen und Staus erzeugen. Andere werden gar nicht erfasst wie die Dauerbaustellen in Kegelhof- und Münsterstraße. Wie viele Baustellen die Autofahrerinnen und Autofahrer im gesamten Bezirk ärgern, kann er nicht sagen. Erstens ändert sich das täglich und zweitens wird keine Statistik geführt. Doch die Ingenieure sind dabei, sich einen Überblick zu verschaffen. Daten geben sie in den sog. ROADS-Tisch ein: Beginn und Dauer, Umfang der Arbeiten, welche Gewerke sind beteiligt und wer hat die Federführung? Reinhart Bartsch versucht die Bauarbeiten so zu regeln, dass die Einschränkungen des Verkehrs möglichst gering sind. Er erklärt: „Wenn es im Betriebsablauf einmal hakt, kontakte ich zeitnah den Auftraggeber.“ In seinem Büro an der Weidestraße übt der Koordinator sich zudem im Blick in die Zukunft. So werden Schritt für Schritt Baustellen erfasst, die in zwei bis fünf Jahren geplant sind. Auf die digitale ROADS-Datenbank hat jeder der sieben Bezirke, der Landesbetrieb und die städtischen Leitungsgesellschaften Zugriff, ebenfalls die Polizei. Wenn also etwa ‚Hamburg Wasser‘ in der Goernestraße buddeln will, sollen künftig auch ‚Stromnetz Hamburg‘ und die anderen Betriebe davon erfahren und prüfen, ob auch in ihrem Bereich Handlungsbedarf besteht.

Bartsch an der HudtwalkerstraßeBartsch an der Hudtwalkerstraße

Baustellen-Koordination auch durch die Polizei
Unterstützung wird Bartsch demnächst von einem Kollegen der Polizei am PK 23 und anderen Ordnungshütern erhalten. Noch sind viele offene Fragen zu klären. Viele Dinge sind abzustimmen. So ist noch unklar, wer künftig das ROADS-Programm mit Daten füttert: Polizei oder Bezirksverwaltung? Derzeit sind Doppeleingaben für dasselbe Projekt möglich, ohne dass das ROADS-System Alarm schlägt. Eine Optimierung der Software muss dies künftig verhindern.

ROADS Firmenfoto © future hamburgROADS Firmenfoto © future hamburg

Darüber hinaus stricken die Koordinatoren an einem Kommunikationskonzept: „Der Bezirk informiert über Bauarbeiten seit einigen Wochen per Presse-Meldungen, neuerdings auch per Twitter (@BezirksamtN)“, so Reinhart Bartsch. Baustellenbeschilderungen in Hamburg-Nord sollen künftig eindeutiger werden, außerdem wird es mehr Anliegerinformationen geben. Genannt werden darin Ansprechpartner und wie man sie erreichen kann. Für den gestressten Autofahrenden hat die Stadt eine Hotline eingerichtet: 040 42828-2020. Wichtige Baustellen auf Hauptstraßen kann der Bürger schon jetzt im Internet abfragen (Adresse: www.hamburg.de/baustellen). Auf die bezirklichen Informationen sollen in ein paar Jahren alle Interessierten Zugriff erhalten. Eine Möglichkeit, Staus zu umfahren, haben viele Autofahrerinnen und Autofahrer allerdings schon seit Längerem: Sie könnten U- und S-Bahnen oder das Fahrrad nutzen. 

Bilder und Text: Hans Loose